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AHG Newsletter Juni 2023


AHG Newsletter Dezember 2022


AHG Newsletter Juni 2022


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AHG Newsletter Oktober 2021

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Rückmeldung einer Klientin nach einer Beratung bei der AHG

Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Ihr kommunikatives Geschick eine optimale Balance zwischen Klarheit, Sachlichkeit, Empathie und Befähigung zu finden, hat mich tief beeindruckt.

Oktober, 2023


Schulungstag für das Emergency Schulungzentrum AG in Zofingen

Am 01. Mai 2023 durfte die Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt (AHG) erneut einen ganztägigen Schulungstag für das Emergency Schulungszentrum AG in Zofingen für angehende Fachpersonen durchführen. Mit der Sensibilisierung bei Erstversorger:innen kann ein wichtiger Beitrag zur Früherfassung und Prävention geleistet werden.

Von Seite der AHG wurde den Teilnehmenden die Definition von häuslicher Gewalt erläutert und mit Beispielen erklärt. Da Fachleute aus dem medizinischen Arbeitsbereich eine grosse Schlüsselfunktion bei der Erkennung von häuslicher Gewalt einnehmen, wurde in einer «was wäre wenn…» Runde über mögliche Situationen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert.

Auch wurden die Teilnehmer über rechtliche Grundlagen, den Opferschutz und strafrechtliche Verfolgung von Gewaltausübenden aufgeklärt.

Rückmeldungen zum Schulungstag von Teilnehmenden:
  • War sehr interessant gestaltet.
  • Das Video gab dem Unterricht Abwechslung.
  • Ihr habt euch Zeit genommen unsere Fragen ausführlich zu beantworten.
  • Ihr habt die Wichtigkeit dieses Themas sehr gut erläutert.
  • Wir konnten viele Informationen mit Tipps und Beispielen mitnehmen, welches für unseren Alltag nützlich ist
Mai, 2023


Die Vermittlungsstelle der Wegbegleitung der Reformierten Kirche Windisch lud am 20. April 2023 zum Vortrag mit der Frauenberaterin Irene Berends von der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt AHG-Aargau ein

Am Tag, als sein Goldfischglas zu Bruch geht, hat Boj genug: von seinem Vater, der manchmal so wütend wird, dass er die Mutter schlägt, und von der Mutter, die immer eine Entschuldigung dafür hat. Eines Tages hält Boj es nicht mehr zu Hause aus – und entdeckt, dass es draussen viele gibt, die ihm helfen wollen und manche, die es können.
Mit diesem einfühlsamen Kurzfilm «Wutmann» von Sinna Mann zum Thema Häusliche Gewalt, erzählt aus der Perspektive eines 6-Jährigen, begann am 20. April 2023 der Informations- und Austauschanlass für die Freiwilligen der Wegbegleitung aus der Region Windisch und Baden www.wegbegleitung-ag-ch. Die Vermittlungsstelle der Wegbegleitung der Reformierten Kirche Windisch lud zum Vortrag mit der Frauenberaterin Irene Berends von der Anlaufstelle gegen häusliche Gewalt AHG-Aargau www.ahg-ag.chein.
Die Teilnehmenden erhielten an dem Abend einen Einblick in die Arbeitsweise der Fachstelle und hatten Gelegenheit sich über das Thema auszutauschen und der Referentin Fragen zu stellen. Wesentliche Ziele der Fachstelle sind die Sensibilisierung, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit.
In der Gesellschaft ist häusliche Gewalt immer noch ein Tabuthema und leider mit viel Scham behaftet. Es geht durch alle sozialen Schichten und existiert in allen Altersgruppen, Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Die Beratungsstelle in Aarau arbeitet mit weiteren Fachstellen eng zusammen und bietet neben der Opferberatung, auch Täterberatung und das Lernprogramm an.
Zur Auflockerung wurde der Infoanlass mit einem kleinen Apéro abgerundet und bot die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen. Herzlichen Dank an Irene Berends von der Fachstelle AHG.

April, 2023


Feedback über die Weiterbilung für die Schulsozialarbeit Zofingen 


Unser Team der Schulsozialarbeit Zofingen durfte einen sehr informativen und interaktiven Morgen mit drei Berater und Beraterinnen von der Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt verbringen. Der Input fand in einem der von uns betreuten Schulhäuser statt, was für uns organisatorisch sehr praktisch war. Die drei erfahrenen Fachpersonen passten ihr Programm unserem Arbeitskontext an, was für den Informationstransfer in unseren Arbeitsalltag ideal war.
Neben der Vermittlung vieler wichtiger Informationen fand eine Vernetzung statt, die für die Professionalisierung unserer Arbeit sehr wertvoll ist. So bot uns das Team der AHG an, uns jederzeit telefonisch zu entsprechenden Fällen zu beraten oder als Unterstützung vor Ort an Gesprächen teilzunehmen.
Ein auf allen Ebenen zu empfehlendes Angebot.
Team Schulsozialarbeit Zofingen

November, 2022


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Unverhofft

Kaum hatte ich auf «Anrufen» gedrückt, nahm die Klientin bereits das Telefon ab. Ich stellte mich und das Angebot der AHG vor und erhielt eine freundliche und klare Antwort: Aktuell brauche sie keine Unterstützung. Gerne bot ich ihr an, sie allenfalls wieder zu melden, sollte sie doch das Gefühl haben, ein Gespräch würde ihr guttun.
Und plötzlich – ganz unverhofft – beginnt sie zu erzählen.
Zuerst von ihrer eigenen Geschichte, ihren Träumen, Zielen und Hoffnungen. Sie selbst benennt ihr modernes Denken, welches in ihrem Herkunftsland nicht typisch sei, was auch mir direkt auffällt. Gerade dieses moderne Denken führe immer wieder zu Konflikten mit ihrem Mann, welcher die konservativen, traditionellen Werte vertritt. Die aktuelle Situation sei schwierig und sie habe in letzter Zeit mehr und mehr realisiert, dass es eine Veränderung braucht; nicht nur für sich, sondern vor allem auch für ihre Kinder. Sie sei momentan sehr bemüht, mit ihrem Mann in den Dialog zu treten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, was sich aber zurzeit noch schwierig gestaltet. Dennoch wird sie es weiter versuchen und ansonsten selbstständig Entscheidungen zu treffen.
Das gesamte Gespräch, welches dann doch knapp eine Stunde dauerte, gestaltete sich sehr angenehm. Wir waren schnell in einem guten Gesprächsflow und ich merkte, wie sich die Klientin mir gegenüber nach und nach öffnete. Ich war beeindruckt von ihrer Stärke, besonders nach der Erzählung ihrer eigenen Geschichte, was ich ihr auch sagte.
Beim Abschluss des Gesprächs sagte mir die Klientin, sie hätte anfangs – als ich erklärte, warum ich anrufe – gar nicht mit mir reden wollen, da sie eigentlich nicht mit fremden Personen über ihre Probleme sprechen möchte. Meine sympathische Stimme hätte sie dann aber umgestimmt und sie sei sehr froh darum. 

Beraterin, August 2022

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Bewusstsein

Zu mir kommt ein Mann in die Pflichtberatung, welcher zivilrechtlich vom Familiengericht die Weisung erhalten hat, die massiven Probleme, welche auch gegenseitige Tätlichkeiten beinhalten, in der Gewaltberatung zu bearbeiten. Zu Beginn in unseren Gesprächen frage ich jeweils was er mitbringt und wie es ihm geht. Meistens höre ich dann von ihm, dass alles bestens läuft und sie es in der Beziehung entspannt haben. Beim genaueren Nachfragen, stellte sich dann aber jeweils heraus, dass sie nach wie vor schnell in Eskalationen geraten mit gegenseitigen Vorwürfen. Es zeigte sich auch, dass sie untereinander eine ziemlich grobe Kommunikation kultiviert haben und wenig wirklichen Kontakt miteinander haben. Sehr schnell fährt er auf der Eskalationsschiene und merkt dies nicht oder erst dann, wenn es zu spät und das Schlamassel perfekt ist. Bevor wir aber über Verantwortungsübernahme sprechen ist es bei diesem Mann wichtig, dass er frühzeitig spürt, wann es in der Beziehung Richtung Eskalation geht. Hier ist unser Körper ein wertvoller Indikator, denn er signalisiert uns, wann die Warnlämpchen anfangen zu blinken. So arbeiten wir an der Körperwahrnehmung, damit er frühzeitig die Warnsignale wahrnimmt. Wie und wo nimmt er dies wahr in seinem Körper und was unterstützt ihn in der konkreten Situation, dass er diese Warnsignale auch ernst nimmt? Dies braucht Übung und wir schauen da immer wieder hin in der Beratung, weil die alten Strategiemuster oft tiefer sitzen, als wir denken.  Es geht bei diesem Mann viel um Bewusstheit, weil er oft nicht merkt, wie schnell er jeweils Öl ins Feuer giesst, sich und seine Gefühle nicht wahrnimmt. Der nächste Schritt ist dann das Bewusstmachen über seine Gefühle, bzw. dass Gedanken (Bewertungen) keine Gefühle sind und der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen. Der Mann ist immer wieder dankbar über das Beratungssetting, weil er jeweils schnell wieder ins alte Fahrwasser gerät und aus der Distanz mit meiner Unterstützung das eigene Verhalten reflektieren kann. Mit dem Ziel, dass er in die Verantwortung kommt und sein Handeln nicht abhängig macht von seiner Partnerin.

Berater, Juni 2022

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“Du bist eine Schande für mich, und ich bringe dir bei, dich unterzuordnen!“

Er schlug ihr mit der Faust ins Gesicht und schaute ihr dabei mit einem Lächeln in die Augen. Er schlug sie wieder und wieder, würgte sie und meinte dazu: „Das ist das Einzige, was dir hilft, zu verstehen, wer hier der Chef ist.“

Über Jahre erlebte Frau X. seelische und körperliche Misshandlung. Sie wurde isoliert, gedemütigt und vergewaltigt. Trotz erheblichen Verletzungen und Demütigungen verharrte die Klientin mehr als 8 Jahre in der gewalttätigen Beziehung. Sie glaubte, die Gewalt mit verursacht zu haben – im Gegensatz zu ihrem Partner – und fühlte sich schuldig. Es war ihr nicht möglich, sich aus der Beziehung zu lösen - bis zu dem Tag, als der neue Nachbar bei der Polizei anrief.

Diesem Nachbarn sei sie bis heute unendlich dankbar, teilte mir die Klientin bei einem unserer gemeinsamen Beratungsgesprächen mit. Denn durch den Polizeieinsatz und die Kontaktaufnahme seitens der AHG sei es ihr möglich geworden, zum ersten Mal über ihr erlittenes Martyrium zu sprechen. So fand sie den Mut, sich auf eine Beratung bei der AHG einzulassen.

Anfangs war die Klientin noch sehr verhalten und tief in ihrer Scham und Schuld behaftet. Doch anhand von mehreren Gesprächen lernte sie, sich dem Thema Gewalt und ihrem Erleben zu stellen. Somit erkannte sie, dass die gegen sie gerichtete Gewalt ihres Partners ein Unrecht ist. Diese Einsicht befähigte die Klientin darin, dass sie aus eigener Kraft eine Veränderung herbeiführen kann und dass sie sich durch die gemeinsame Betrachtung von erlebten Konfliktsituationen nicht mehr schuldig fühlen muss. Sie erkannte, dass sie Grenzen setzen darf und kann. So konnte sie ihre Ängste benennen und wertfreier betrachten.

Natürlich liegt noch ein langer Weg mit vielen Höhen und Tiefen sowie eine Traumbearbeitung durch professionelle Traumatherapeuten vor ihr. Doch die ersten Schritte sind gemacht und somit die langsame Rückgewinnung der eigenen Handlungsfähigkeit.

Die Klientin meldet sich immer wieder in losen Abständen bei mir, um ihre nach wie vor bestehenden Ängste zu besprechen, aber vor allem auch, um ihre kleinen Erfolge mit mir zu teilen. Diese Telefonate freuen mich immer sehr.

Beraterin, Januar 2022

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Feedback Klient*in

"Er hatte es wieder getan und schlimmer als zuvor. Ich sass da und wusste, dass ich alleine nicht mehr aus dieser Gewaltspirale heraus kommen würde. Im Internet stiess ich bei meiner Suche auf die AHG-Aargau und rief gleich an, bevor mich der Mut wieder zu verlassen drohte. Heute, nach drei Monaten, gratuliere ich mir zu diesem Schritt. Meine Betreuerin hat mich Schritt für Schritt, liebevoll und mit stetem Blick nach vorne zurück ins Leben geholt. Ich bin Ihr dafür zutiefst dankbar. Und: Ich bin nicht allein."

Klientin, Herbst 2022


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