Ein kleines Licht am anderen Ende des Tunnels

In den letzten 2 Jahren kam es zu vielen Auseinandersetzungen in unserer Familie. Häufiger Streitpunkt ist das Verhalten unseres Teenager-Sohns. Er ist frech, abwertend und respektlos seiner Familie gegenüber und hält sich an keine Regeln. Kürzlich wurde er erstmals tätlich mir gegenüber - was mich dann auch dazu bewegte, mir Hilfe zu suchen. Ich fühlte mich hilflos. Ich hatte keine Kraft mehr und konnte mir ein weiteres Zusammenleben nicht mehr vorstellen. In den Beratungen bei der AHG hatte ich mal den Raum für mich, und ich wurde ernst genommen in meiner Hilflosigkeit und Überforderung. Mir wurde bewusst, dass ich einen neuen Umgang mit Grenzen lernen musste und wollte - sowohl mit meinen Grenzen wie auch mit den Grenzen anderer. Wo sind meine eigenen Grenzen, was ist für mich okay und was ist nicht tolerierbar? Und wie kann ich das den anderen mitteilen? Wie kann ich meinem Sohn Grenzen setzten, damit er sie akzeptiert und respektiert? Fragen, die mich während den Sitzungen begleitet haben und die meine Beziehung zu meinem Sohn verändern. Sie schenken mir ein kleines Licht am anderen Ende des Tunnels.
(Klientin, Dezember 2018)

Männergespräche

Herr B ist 21, noch in der Ausbildung und erschien vor drei Jahren zum Erstgespräch nach einem Polizei-Einsatz. Er kam in seiner Beziehung nicht zurecht, immer wieder hatte es eskalierenden Streit gegeben. Nach sechs Gesprächen entschied sich Herr B., es fortan allein, also ohne Beratungsunterstützung, zu versuchen. Vor zwei Monaten erschien Herr B. erneut bei mir in der Männerberatung. Inzwischen habe er die Ausbildung abgeschlossen und  immer noch dieselbe Freundin. „Es gäbe wieder Probleme“, berichtet er, das damals gelernte reiche nicht mehr aus. Inzwischen hat Herr B. das siebte, achte und neunte Gespräch absolviert. Er meint, die Gespräche täten ihm gut und langsam verändere sich die Beziehung. Er ist froh, zu lernen, wie er konstruktiv streiten kann und kommt nächste Woche zum zehnten Gespräch.

(Berater, September 2018)

 

Mut zur Veränderung
Eine junge Frau kam kürzlich zu mir in die Praxis zur Beratung. Mit ihrem Mann gibt es viel Streit. Es kommt zwar nicht zu Schlägen, doch die gegenseitigen Beleidigungen häufen sich. Sie wusste nicht mehr weiter, war mit der Situation völlig überfordert und weinte nur noch. Ich gab ihr Raum und Zeit, sich über ihre Situation klar zu werden. Durch den Austausch mit mir wurde ihr bewusst, wie gefangen sie in der Situation ist. Nach und nach löste sich die Angst, die sie lähmt. Mit jeder weiteren Sitzung wurde sie stabiler und es gelang ihr, ihren Blick wieder nach vorne zu richten. Sie weiss unterdessen, wie sie ihr Leben wieder zurückgewinnen möchte und beginnt, danach zu handeln.
(Beraterin, Juni 2018)