Hast du Angst nach Hause zu kommen, weil du nie weisst, ob dein Vater nicht wieder deine Mutter geschlagen hat? Geht dein älterer Bruder manchmal auf die Eltern? Fühlst du dich unsicher, bedroht, gestresst und traurig, weil du die ganze Zeit in einem Klima von Streit und Gewalt leben musst?

Möchtest du mehr wissen, etwas tun und dir Unterstüztung holen...

... dann rufe bitte eine der untenstehenden Telefonnummern an. Diese Leute hören dir zu und wollen dir helfen. Es gibt auch SMS-Beratung oder Chat-Beratung. Du kannst die Nummern sehen, wenn du auf den folgenden Link klickst.

Adressen für Kinder und Jugendliche.

Sind Sie ein Elternteil, welcher auch Gewalt gegen die Kinder ausübt und dieses Verhalten ändern will? Oder haben Sie als Primarlehrer oder Sporttrainerin festgestellt, dass bei einem Ihrer Schüler Gewalthandlungen in der Familie zum Alltag gehören? Wenn Sie auf den folgenden Link klicken, kommen sie zu den wichtigsten Telefonnummern für Ihre Situation.

Adressen für Eltern und Bezugspersonen von Kindern.

Kinder sind uns wichtig!

„Die Mama hat so geweint. Das hab ich durch die Wand gehört. Wir Kinder haben uns unter der Bettdecke versteckt. Das war ganz schlimm.“ (Mädchen, 9 Jahre)

„Die Mama hat geblutet. Dann hab ich solche Angst gehabt, dass sie sterben muss. Aber ich konnte gar nix machen“. (Junge, 7 Jahre)

Auf diese Weise beschreiben zwei Kinder ihr miterleben von Partnergewalt gegen die Mutter. Generell schildern Kinder Empfindungen wie Angst, Mitleid, Erstarrung und Hilflosigkeit. Es kann auch vorkommen, dass die Kinder die Gewalt - welche die Mutter erfährt - am eigenen Leibe nachempfinden, also die Schmerzen physisch wahrnehmen. Kinder und Jugendliche, welche unter Häuslicher Gewalt leiden (sei es, dass sie Zeugen von Gewalttätigkeiten oder auch selber Opfer im Zusammenhang dieser gewalttätigen Handlungen werden), benötigen Schutz und Hilfe. Wenn Kinder und Jugendliche in der Wohnung sind, spielt es keine Rolle ob diese im gleichen Zimmer oder neben an sind. Sie bekommen alles mit und fühlen die Spannung in der Luft. Für die Kinder und Jugendlichen ist das Miterleben der Streitereien ein grosser Stressfaktor und führt in manchen Fällen zu massgeblichen Beeinträchtigungen in der Entwicklung (Kindler, 2006, S.36). Es kommt auch vor, dass Kinder und Jugendliche als Schutz vor dem/der Gewaltausübenden benutzt werden oder diese Rolle des „Beschützers/Beschützerin“ freiwillig einnehmen. Das stellt jedoch für den Nachwuchs noch eine höhere Belastung dar, da es die Kinder sind, die Schutz benötigen. Kinder und Jugendliche sind in solchen Fällen meist völlig überfordert. Wenn das traute Heim, welches Schutz und Obhut bieten sollte, zur dauernden Gefahr oder zum "Kriegsschauplatz" wird, wird die normale Entwicklung negativ beeinflusst.

Wie sieht diese Beeinträchtigung aus?

Mädchen und Jungen reagieren unterschiedlich auf die starke Belastung, die das Miterleben oder das direkt Betroffensein von Häuslicher Gewalt auslöst. Mädchen fühlen sich häufig mitverantwortlich für die Situation und zeigen im sozialen Nahfeld Auffälligkeiten. Jungen nehmen den Bedrohungsaspekt sehr stark und ausgeprägt wahr und neigen dazu, ein auffälliges Verhalten zu chronifizieren. Allgemein wird angenommen, dass Kinder und Jugendliche, die von Häuslicher Gewalt betroffen sind, in ihrer Konfliktfähigkeit eingeschränkt sind und eine höhere Bereitschaft zum Einsatz oder zum Erdulden von Gewalt erlernen und dadurch erheblich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt werden können. Es kann auch sein, dass sich durch das Miterleben von Häuslicher Gewalt grössere Schwierigkeiten beim Aufbau positiver Beziehungen und Einschränkungen in der Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktbewältigung ergeben. Zudem lässt sich sagen, dass kognitive Entwicklung und Konzentration negativ beeinflusst werden können. Das gleiche gilt auch für den allgemeinen Entwicklungsstand bzw. die Schulleistungen (vgl. Kindler, 2006, S.36ff).

Einen guten Überblick über „Kinder inmitten häuslicher Gewalt“ finden Sie unter dieser Adresse:

http://www.mmizuerich.ch

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