Hilfe für gewaltausübende Männer
Schlagen Sie manchmal Ihre Partnerin, wenn Sie ein Gefühl der Ohnmacht überkommt? In Ihrer Not wussten Sie einfach nicht weiter. Sie fühlten sich vielleicht überfordert oder gestresst und dann musste sich die ganze Anspannung entladen...
Gewalt belastet und zerstört gerade diejenigen Beziehungen, die einem am liebsten sind. Die Angst vor dem nächsten Schlag zerstört Vertrauen und Nähe in der Partnerschaft. Gewaltausübende Männer sind in einem Kreislauf der Gewalt gefangen. Beziehungsgewalt ist meist Wiederholungsgewalt und folgt einem gewissen Schema. Es ist anzunehmen, dass die Gewalt nicht von selbst aufhört, sondern an Intensität und Häufigkeit zunimmt, wenn der Mann nichts dagegen unternimmt. Hier finden Sie eine Darstellung der Gewaltspirale.
Haben Sie sich in der Darstellung wieder gefunden? Fühlen sie sich schuldig und wollen mit Gewalt aufhören, aber können es nicht? Wollen Sie Ihr Leben dahingehend verändern, das sie friedlich mit Ihrer Partnerin oder Partner zusammen leben können? Hierfür gibt es professionelle Beratungsstellen, die Ihnen gerne weiterhelfen. Rufen Sie uns an und wir informieren Sie über das passende Angebot.
Beratungsstellen für Männer
Adressübersicht mit Beratungsstellen für Gewaltausübende, zusammengestellt vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG)
Adressen für Gewaltausübende
Website der Gewaltberatungsstelle Luzern
www.agredis.ch
Gewaltberatung via Mail bei Agredis (Antwort innert 2-3 Arbeitstagen)
gewaltberatung(*at*)agredis.ch
Gewaltberatungsstelle Zürich
www.mannebuero.ch
Institut für Gewaltberatung Basel
www.gewaltberatungbasel.ch
Website des Vereins ForumMann mit Links zu Beratungsangeboten, Männerbüros, Kursen, etc.
www.maenner.org
Das Lernprogramm gegen Häusliche Gewalt in Baselland
Das Lernprogramm richtet sich an Männer, die in Ehe und Partnerschaft Gewalt gegen Frauen anwenden oder angewendet haben. Die Treffen finden in einer Gruppe statt und werden von zwei qualifizierten KursleiterInnen durchgeführt.
Die Ziele sind u.a. eine intensive Auseinandersetzung mit Gewalt und Aggression, Entwicklung von Selbstverantwortung, Verbesserung der Kommunikation in Familie und Partnerschaft und vor allem die Fähigkeit, Konflikte Gewaltfrei zu lösen.
Für die Teilnahme müssen Sie 18 Jahre alt sein und sich auf Deutsch verständigen können.
Für ein Aufnahmegespräch oder weitere Informationen wenden sie sich bitte an uns. Wir werden so schnell wie möglich einen Termin für Sie freihalten.
Die Broschüre über das Lernprogramm mit weiteren wichtigen Informationen finden sie hier als PDF.
Hilfe für gewaltausübende Frauen
Streiten Sie häufig mit Ihrem Partner? Provozieren Sie ihn mit Worten, bis er sich nicht mehr wehren kann? Kontrollieren Sie seine SMS und Mails? Schlagen Sie ihn, wenn sie ihre Wut nicht mehr zurückhalten können?
Gewalt belastet jede Beziehung, in welcher Form diese auch auftreten mag. Vielfach ist es schwierig, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und diese auch gegen aussen zu setzen. Wenn das geschieht, können Konflikte nicht rechtzeitig erkannt werden oder werden vorerst verdrängt, bis die Eskalation nicht mehr aufzuhalten ist. Auch für Frauen gilt der aufgeführte „Gewaltkreislauf“:
Gewaltspirale nach dem Hamburger Modell
Sabine Seifert-Wieczorkowsky ist genderorientierte Gewaltberaterin und setzt sich in ihrer täglichen Arbeit intensiv mit Täterinnen auseinander. Gemäss ihren Erfahrungen schämen sich Frauen für die von ihnen ausgeübte Gewalt und neigen daher (genau wie Männer) dazu, eine Opferhaltung einzunehmen („Ich bin doch provoziert worden“, „Wenn er das nicht gemacht hätte, hätte ich ihn nicht geschlagen“). Nach ihren Erkenntnissen ist es innerlich kaum aushaltbar, eine gewalttätige Frau zu sein, zu gross ist der Spagat zwischen fürsorglicher Partnerin und Täterin. Deshalb muss die Tat bagatellisiert werden, eine Haltung, welche durch den Partner noch verstärkt werden kann, indem er sich nicht zugesteht, dass die Gewalttat ihn verletzt hat (hier klicken für mehr Informationen zu diesem Thema). Konsequenterweise fühlt sich die Täterin nicht verantwortlich für die Tat.
„Die Frau steckt in einem inneren Dilemma. Einerseits verstösst sie durch die Tat gegen alle gesellschaftlichen Stereotypen. Sie ist die Frau und somit das schwache Geschlecht, hilfsbedürftig und friedfertig. Andererseits wird die Gewalttat in ihr Weiblichkeitskonzept integriert, indem es umgedeutet wird: Ich lasse mir von einem Mann nicht alles gefallen, ich bin wehrhaft und durchsetzungsstark. Beide Ansätze, weiss die Frau, treffen nicht die Wahrheit. Die Angst vor der gesellschaftlichen Ächtung ist sehr gross, weil es scheinbar nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder ich bin als Frau ein Mannweib, und somit werden mir alle weiblichen Attribute abgesprochen und somit auch ein Teil der weiblichen Identität genommen. Oder die Täterin bekommt die Stigmatisierung krank zu sein, ‚hysterische Furie’, ‚die hat eine Persönlichkeitsstörung’ sind nur einige Titulierungen, die Frauen dann zu hören bekommen. Die Folge ist eine massive Angst vor Veröffentlichung, die durchaus auch als Panik beschrieben werden kann“: http://issuu.com/forumintervention/docs/beratung_von_taeterinnen
Fühlen Sie sich angesprochen? Lassen Sie sich durch diese Angst nicht davon abhalten, ein gewaltfreies Leben einzuschlagen. Helfen Sie sich selbst und finden Sie einen Ausweg aus dieser Krise. Solche können angegangen werden, wenn Sie den Willen dazu haben. Sie können Gewalt beenden - ein Leben ohne Gewalt ist möglich! Tun Sie etwas. Jetzt. Rufen Sie uns an: 062 550 20 20.
Adressen für Täterinnenberatung
